Wie spaet ist es eigentlich? Ueber die Haelfte meines EVS ist um.
Wie spaet ist es eigentlich? Das habe ich mich gefragt, als wir zu unserem „mid-term training” nach Split fuhren. Die Haelfte meines EVS ist um und ich frage mich: Was habe ich erreicht? Habe ich schon alles geschafft, was ich machen wollte? Ein Impuls der Panik durchzuckt mich bei dem Gedanken daran, was ich noch alles machen moechte und wie wenig Zeit mir dafuer bleibt.
An erster Stelle steht Reisen. Reisen in andere kroatische Staedte und Nachbarlaender.
Doch dafuer braucht man Zeit und freie Tage und beides wird bei mir immer knapper.
Dann bleiben da die sozialen „Verpflichtungen”. Treffen mit kroatischen Freunden und anderen Voluntaeren, freiwillig und zusaetzlich zur „Arbeit” ihre Projekte unterstuetzen.
Und das Orchester. Proben 2x woechentlich und natuerlich Zuhause. Nun schliesslich das Konzert.
Fuer mich ein grossartiges Erlebnis!
Klingt nach einer Menge Spass(ist es auch!), nur braucht es auch eine Menge Kraft. So ist es manchmal sehr angenehm eine Pause zu machen, sich einfach nur mit einem Buch gemuetlich hinzuluemmeln und die laestigen Gedanken an die wegrennende Zeit zu verdraengen.
Dann stellt sich mir und scheinbar auch vielen anderen die Frage: Was mache ich danach?
Im Maerz begann der Aufschrei. Es wurde viel geredet und diskutiert., Schliesslich habe ich eine Entscheidung treffen koennen. Studieren. Und was? Sprachen. Nun beginnt ein arbeitsreiches Projekt. Studiengaenge finden, nach Universitaeten suchen und schliesslich Bewerbungen schreiben.
Nachdem ich 20 Universitaeten herausgesucht habe und die ersten Bewerbungen versendet wurden, stocke ich. 20 Universitaeten ist das nicht vielleicht doch etwas zu viel? Nun gut, ich werde mich mit anderen beraten und es heisst schliesslich, besser zu viel als zu wenig.

Nun da der Sommer zu kommen scheint, wirken alle gleich viel froehlicher und gelassener. In Petrinja gibt es tatsaechlich Leben. Die Freude darueber ist gross ,doch der Hintergedanke, bald ist das Jahr rum, schleicht sich immer wieder in den Vordergrund. Einige sagen, bleib doch in Petrinja. Aber wuerde ich das ueberhaupt wollen? Die Scheu vor dem neuen Abenteuer freut sich ueber den Gedanken, den Neuanfang noch laenger aufzuschieben und hier zu bleiben. Doch die Neugier und der Trieb neues zu erleben draengt mich weiter.
Wieder in Deutschland, wie wird das wohl sein?
Mit Euro bezahlen. Sicher werde ich erstmal alles in Kuna umrechnen und mich ueber die hohen Preise aufregen oder ich werde denken, das ist doch alles guenstig, nur 10 Euro? Und dabei vergessen, dass es doch 75 und nicht 10 Kn sind.
Es ist eine schoene Zeit hier und die wird es auch noch sein. Ich werde sicherlich irgendwann mal wiederkommen. Und es bleiben ja auch noch 2 Monate, das ist eigentlich eine ganze Menge Zeit.
Ja, sicherlich zum Erstaunen einiger Leute, gefaellt es mir hier in Petrinja, zumindest fuer ein Jahr.
